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Angst ist kein Thema, über das man gerne spricht. Schon gar nicht im Job. In Praxen, Laboren und Unternehmen wird Angst oft überdeckt von Professionalität, Leistungsanspruch und dem Wunsch, „funktionieren“ zu müssen.
Und trotzdem ist sie da. Jeden Tag. In Meetings. In stillen Blicken. In Rückzug, Unsicherheit oder übertriebener Kontrolle.
In dieser Folge von Dentalicious spricht Alex Leuchtner offen über genau dieses unbequeme Thema: Angst am Arbeitsplatz. Nicht aus psychologischer Theorie heraus – sondern aus der Praxis. Aus Führung. Aus echten Beobachtungen.
Vielleicht kennst du diese Situationen:
All das sind typische Anzeichen für Angst. Nicht immer bewusst. Oft gut versteckt. Aber immer wirksam.
Alex bringt es auf den Punkt: Die meisten Menschen merken gar nicht, dass sie gerade aus Angst heraus handeln. Und genau das macht Angst so gefährlich für Teams.
Um Angst im Arbeitskontext zu verstehen, lohnt ein kurzer Blick ins Gehirn. Denn Angst ist kein Charakterfehler – sie ist Biologie.
Im Zentrum steht dabei die Amygdala, ein Teil des limbischen Systems. Dieses System ist uralt. Es hat uns früher das Leben gerettet, wenn plötzlich Gefahr drohte.
Die Amygdala kennt nur drei Reaktionen:
Das Problem im Arbeitsalltag: Die Bedrohung ist heute kein Säbelzahntiger mehr. Es ist Druck. Stress. Kritik. Digitalisierung. Unausgesprochene Konflikte.
Und sobald die Amygdala anspringt, passiert etwas Entscheidendes.
In Angstmomenten wird der präfrontale Cortex heruntergefahren. Das ist der Teil unseres Gehirns, der für:
zuständig ist.
Heißt übersetzt: Menschen in Angst sind nicht mehr rational erreichbar.
Sie „wissen“ vielleicht, was sinnvoll wäre – können es aber nicht abrufen. Deshalb wirken Menschen in Angst oft irrational, emotional oder „komisch“. Nicht, weil sie wollen. Sondern weil ihr System gerade im Alarmmodus ist.
Angst schreit selten. Sie flüstert. Und genau deshalb wird sie so oft übersehen.
Typische Signale im Arbeitsalltag:
Alex macht klar: Als Führungskraft geht es nicht darum, Diagnosen zu stellen oder Hobbypsychologe zu spielen. Es geht darum, Verhalten einordnen zu können.
Der entscheidende Hebel, um aus Angst herauszukommen, ist Bewusstsein.
Sobald wir anfangen, uns selbst zu fragen:
… aktivieren wir wieder den präfrontalen Cortex. Wir kommen zurück in die Erwachsenenebene.
Das gilt für dich selbst – und für dein Team.
Führung bedeutet hier: Raum für Reflexion schaffen. Gespräche ermöglichen. Sicherheit geben.
Ein besonders starkes Beispiel aus dem Podcast ist das Thema Digitalisierung.
Gerade ältere Mitarbeiter, die über Jahre analog gearbeitet haben, entwickeln oft unbewusste Ängste:
Diese Ängste werden selten offen ausgesprochen. Stattdessen zeigen sie sich in Widerstand, Rückzug oder Ablehnung.
Alex sein Ansatz ist klar: Nicht überrollen. Sondern ins Gespräch gehen. Perspektiven aufzeigen. Wertschätzung sichtbar machen.
Angst braucht keine Belehrung – sie braucht Verständnis.
Die zentrale Botschaft dieser Folge ist keine psychologische, sondern eine menschliche:
„Menschen brauchen Verständnis, um sich verändern zu können.“
Führung heißt nicht, Angst zu verbieten. Führung heißt, sie zu erkennen – und konstruktiv damit umzugehen.
Das beginnt bei dir selbst. Und wirkt dann ins Team.
Angst am Arbeitsplatz ist kein Randthema. Sie ist allgegenwärtig. Die Frage ist nur, ob sie unbewusst steuert – oder bewusst begleitet wird.
Wer versteht, was Angst im Gehirn auslöst, hört auf, Menschen falsch zu bewerten.
Wer Raum für Reflexion schafft, aktiviert Entwicklung.
Und wer Führung mit Verständnis verbindet, schafft Sicherheit – die Grundlage für Leistung.
„Angst verliert ihre Macht, wenn wir sie verstehen.“
Wenn du tiefer einsteigen willst, hör dir die Podcastfolge oben direkt an.
Oder melde dich bei uns, wenn du wissen willst, wie du Ängste im Team konstruktiv begleiten kannst.