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Stress und Zähneknirschen 

 10. Juni 2020

von  Alexander Leuchtner

Stress und Zähneknirschen - Was steckt dahinter und wie kann mir eine Zahnschiene dabei helfen?

Zähneknirschen, so wird heute allgemein angenommen, ist die Folge von Stress und Unzufriedenheit. Oft wird auch vom „Pressen“ gesprochen. Die Folge ist eine übermäßige Abnutzung der Zähne und die Verletzung des Paradonts. Der Fachbegriff dafür ist „Bruxismus“.  

Die Folgen von Bruxismus

Doch wie sehen diese Folgen im Detail aus? Das Fatale beim Zähneknirschen: Die Kaukraft des Kiefergelenks überträgt sich mit bis zu 480 Kilogramm pro Quadratzentimeter auf das Kiefergelenk und die Zähne. Durch diese enorme Belastung wird der Zahnschmelz auf Dauer extrem beansprucht und radiert sich mit der Zeit immer weiter ab. Nachdem sich der Zahnschmelz (harte schützende Hülle) abgenutzt hat, liegen das Dentin und die Nervenbahnen frei. Die Zähne werden schmerzempfindlich und zunehmend poröser. Langfristig kann das Zähneknirschen zu schweren Schäden an den Zähnen führen, bis hin zum Zahnverlust. Oftmals auftretende Begleiterscheinungen sind Kopf- und Gesichtsschmerzen, Verspannungen oder sogar Rückenprobleme.


Wieso knirschen wir überhaupt?

Man geht allgemein davon aus, dass Stress die Hauptursache für „Bruxismus“ ist. Doch wie entsteht Stress und warum knirschen wir deshalb? Evolutionär gesehen ist Stress eine vollkommen sinnvolle Reaktion des Körpers. Stress stellt sich in den verschiedensten Gefahrensituationen ein. Ob wir nun vor der wütenden Ehefrau Angst haben, du dich mit einem Kollegen streitest oder dir die Deadline für ein wichtiges Projekt im Nacken sitzt, der Körper macht hier keinen Unterschied und schüttet immer dieselben (Stress-)Hormone aus.


Die Folgen von Stress

Der Blutdruck steigt, du bist angespannt und hell wach. Du stehst im wahrsten Sinne unter Strom. Doch eigentlich sind die meisten Gefahren heute nicht lebensbedrohlich. Stress ist somit meist nur eine Überreaktion auf eine irreale Gefahr. Der ständige Druck, privat sowie beruflich, führt dazu, dass wir eigentlich dauerhaft unter Stress stehen. Unser Körper verarbeitet diesen Stress auf die unterschiedlichsten Weisen. Eines der Stressventile sind unsere Zähne: Etwa 30% der in Deutschland lebenden Bevölkerung knirscht oder presst, wobei besonders die Menschen zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr betroffen sind.  


Knirschen Kinder auch schon?

Selbst bei Babys und Kleinkindern macht Bruxismus keinen Halt. Etwa die Hälfte aller Kinder beginnt schon im Alter von 10 Monaten mit dem Knirschen. Allerdings besteht hier kein Grund zur Sorge. Dies ist evolutionär so angelegt, damit sich die Milchzähne aneinander anpassen und verschwindet meist nach dem Ausfallen der Milchzähne. Bei Schulkindern hingegen sieht das schon ganz anders aus: Hier ist Bruxismus oft eine Reaktion auf schulischen Druck. Meist geht er mit Nägel- und Stiftekauen einher.


Wann knirschen wir?

Meistens wird nachts geknirscht, während wir schlafen. Man spricht dann vom Schlafbruxismus oder nocturnalem Bruxismus. Der Geist verarbeitet so den Tag. Immer öfter können wir jedoch beobachten, dass wir tagsüber auch unter Stress anfangen zu pressen. Dies geschieht oft unterbewusst und führt zu Kopf- und Gelenkschmerzen. Menschen, die darüber klagen, hört man oft sagen: „Ich habe einen dicken Kopf!“ oder „Mir platzt der Schädel!“.


Doch was hilft?

Du kannst das Problem auf die verschiedensten Arten angehen. Methoden, die du sofort umsetzen kannst, sind regelmäßige Pausen bei der Arbeit, ein Spaziergang oder ein heißes Bad. Was auch immer dir beim Entspannen hilft, ist erlaubt. Eine weitere Möglichkeit ist Achtsamkeit und Selbstbeobachtung. Klebe dir hier zum Beispiel einen kleinen roten Punkt auf dein Handy. Immer wenn du auf dein Handy schaust und den roten Punkt siehst, lenkst du deine Aufmerksamkeit auf deine Zähne und kontrollierst, ob du gerade deine Zähne zusammen presst. Erwischst du dich dabei, lockere deinen Kiefer, öffne den Mund so weit es geht und bewege deinen Unterkiefer sanft in alle Richtungen.


Der Weg zum Zahnarzt ist ein Muss

Hilft das alles nichts, solltest du in jedem Fall einen Zahnarzt aufsuchen. Er schaut sich dann ganz genau an, woher dein Bruxismus kommt und was man dagegen tun kann. Manchmal liegt die Ursache für das Knirschen auch in fehlerhaftem Zahnersatz oder Zahnfehlstellungen. Dein Unterbewusstsein versucht diese Störkontakte dann weg zu knirschen. Hier kann der Zahnarzt schnell Abhilfe schaffen und die Krone oder die Fehlstellung beseitigen.

Der Zahnarzt kann dir auch ein Rezept für „manuelle Therapie“ ausstellen. Hier massiert dir der Physiotherapeut alle Muskeln am Kopf, die mit dem Kauvorgang in Verbindung stehen. Dies fördert die Durchblutung des Gewebes und trainiert koordinierte Kieferbewegungen. Entsprechende Übungen können Sie sich von Ihrem Physiotherapeuten auch für zuhause zeigen lassen.

Tipp: Lass deine Zähne regelmäßig (alle sechs Monate) vom Zahnarzt kontrollieren, so können eventuelle Zahnschäden frühzeitig erkannt werden

Die wirksamste Methode das Knirschen zu reduzieren und die Zähne vor Abrieb zu schützen, ist die vom Dentallabor hergestellte Knirscherschiene, Aufbissschiene oder Okklusionsschiene. Sie wird individuell für dich hergestellt und vom Zahnarzt nochmal im Mund angepasst. Sie verhindert den direkten Kontakt der Zähne beim Zusammenbeißen, schützt den Zahnschmelz und den Zahnhalteapparat bzw. sorgt für eine entspannte Lage von Ober- und Unterkiefer.

Zahnschienen gibt es in verschiedenen Varianten. Grob unterscheidet man hier zwischen „harten“ und „weichen“ Zahnschienen. Die verschiedenen Zahnschienen haben unterschiedliche Anwendungsbereiche und werden je nach Diagnose angewendet. Wenn dich das Thema beschäftigt und du mehr darüber erfahren willst, dann melde dich gerne unter alex@leuchtner-zahntechnik.de und wir vereinbaren einen Termin. Ich beantworte gerne all deine Fragen.

Der Zahnarzt kann dir ein Rezept für „manuelle Therapie“ ausstellen. Hier massiert dir der Physiotherapeut alle Muskeln am Kopf, die mit dem Kauvorgang in Verbindung stehen. Dies fördert die Durchblutung des Gewebes und trainiert koordinierte Kieferbewegungen. Entsprechende Übungen kannst du dir von deinem Physiotherapeuten auch für zuhause zeigen lassen.


Fazit

Den meisten Bruxismus-Betroffenen kann gut geholfen werden. Die Prognose ist dabei umso besser, je früher das Zähneknirschen behandelt wird. Wartet man zu lange, sind schwere Zahnschäden und Begleitsymptome wie Schmerzen und Verspannungen meist unvermeidbar. Deshalb solltest du bei Verdacht auf Zähneknirschen sofort etwas tun. Manchmal reichen schon einfache Entspannungsübungen aus, um das Zähneknirschen in den Griff zu bekommen. Wenn nicht, solltest du dich an deinen Zahnarzt wenden.

 

Alexander Leuchtner



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